Ein am 8. Juli 2026 im Journal officiel veröffentlichter Erlass erweitert offiziell die Kompetenzen von Fußpflegern/Podologen bei der Behandlung von Fußwarzen. Er erlaubt nun die Anwendung der Kryotherapie (flüssiger Stickstoff), eine Methode, die bislang Ärzten und Dermatologen vorbehalten war. Der Text trat am Tag nach seiner Veröffentlichung, dem 9. Juli 2026, in Kraft.
Hier sind die wichtigsten Punkte zu diesem Dekret Nr. 2026-601 vom 6. Juli 2026, das Artikel R. 4322-1 des Gesetzbuches über das öffentliche Gesundheitswesen (Code de la santé publique) ändert.
Was sich konkret ändert
Bis zu diesem Dekret beschränkte der Artikel R. 4322-1 des Code de la santé publique die eigenständige Tätigkeit von Fußpflegern/Podologen (ohne ärztliche Verschreibung) ausschließlich auf Dornwarzen, die hauptsächlich mit chemischen Methoden (Topika, keratolytische Säuren) behandelt wurden.
Der neue Text bringt zwei wesentliche Änderungen mit sich:
1. Alle Fußwarzen, nicht nur Dornwarzen
Das Wort „plantaires“ (Dorn- bzw. Fußsohlen-) verschwindet aus dem Artikel. Fußpfleger/Podologen können nun ohne ärztliche Verschreibung alle am Fuß lokalisierten Warzen behandeln: unter der Fußsohle, an den Zehen oder auf dem Fußrücken.
2. Die Zulassung physikalischer Methoden, einschließlich Kryotherapie
Der Erlass führt explizit die Möglichkeit ein, Warzen „durch chemische oder physikalische Methoden“ zu behandeln. Diese Formulierung zielt direkt auf die Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff ab, die für diese Art von Erkrankung bislang weitgehend der Ärzteschaft vorbehalten war.
Eine an eine Ausbildung gebundene Kompetenz
Um die Sicherheit der Behandlungen zu gewährleisten, ist die Anwendung physikalischer Methoden (wie die Kryotherapie) nicht automatisch für alle Praktiker freigegeben. Der Erlass reserviert diese Praxis für Fußpfleger/Podologen, die eine spezifische Ausbildung absolviert haben, entweder:
- im Rahmen ihrer Grundausbildung, die zum staatlichen Diplom als Podologe führt,
- oder andernfalls im Rahmen einer Zusatzausbildung, deren Bedingungen durch einen Erlass des Gesundheitsministers festgelegt werden.
Klartext: Nicht alle Fußpfleger/Podologen werden ab Inkrafttreten des Textes Kryotherapie praktizieren können. Der Zugang zu dieser Technik hängt von der jeweiligen Ausbildung der Praktiker ab.
Vorher / Nachher: Übersichtstabelle
| Element | Vor dem Dekret | Nach dem Dekret (9. Juli 2026) |
|---|---|---|
| Art der betroffenen Warzen | Nur Dornwarzen | Alle Fußwarzen |
| Zulässige Methoden | Hauptsächlich chemisch (topisch) | Chemisch und physikalisch (einschl. flüssigem Stickstoff) |
| Zugangsvoraussetzung für physikalische Methoden | — | Verpflichtende Ausbildung (Grund- oder Zusatzausbildung) |
Was sich für Patienten ändert
Konkret vereinfacht dieser Text den Behandlungspfad. Patienten können ihre Fußwarzen direkt in der Podologiepraxis mittels Kryotherapie behandeln lassen, ohne vorher zwingend eine ärztliche Konsultation aufsuchen zu müssen.
Was dies für Praxen bedeutet
Auch wenn diese regulatorische Entwicklung von der Branche begrüßt wird, bedeutet dies nicht zwangsläufig eine sofortige Einführung in allen Praxen. Die Umsetzung in die Praxis erfordert nämlich:
- die Anschaffung der Kryotherapie-Ausrüstung sowie deren Lagerung,
- die regelmäßige Versorgung mit flüssigem Stickstoff,
- die Einhaltung von Sicherheits- und Wartungsauflagen,
- und natürlich die Absolvierung der erforderlichen Ausbildung, um diese Methode praktizieren zu dürfen.
Die rechtliche Anerkennung der Kompetenz ist somit ein erster Schritt; ihre tatsächliche Verbreitung in den Praxen hängt vom Gleichgewicht zwischen der notwendigen Investition und der Häufigkeit der Anwendung dieses Eingriffs ab.
Weitere Techniken zur Warzenbehandlung
Dieser Erlass erweitert das Spektrum der zulässigen Methoden, ersetzt jedoch nicht die bereits in Praxen verwendeten Lösungen. In der Praxis können Podologen heute auf zwei Hauptarten der Behandlung zurückgreifen:
- Die chemische Behandlung mit Produkten wie Vercid von Dr. Jouille auf Basis von Glykolsäure. Seit über 25 Jahren in der Praxis verwendet, ermöglicht es, Hyperkeratosen und Warzen in 2 bis 4 Anwendungen zu entfernen. Das vollständige Protokoll und die Ratschläge von Dr. Jouille finden Sie auf unserer Seite Alles Wissenswerte über Vercid.
- Die physikalische Behandlung mittels Kryotherapie mit Geräten wie dem CryoIQ, das mit Lachgas betrieben wird und Temperaturen bis zu -89°C erreichen kann. Lesen Sie unser detailliertes Protokoll zur schrittweisen Behandlung einer Dornwarze mit dem CryoIQ.
Die Wahl zwischen diesen beiden Ansätzen hängt von der Art der Warze, ihrer Lokalisierung und der Präferenz des Praktikers ab.
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Häufig gestellte Fragen
Wann ist dieser Erlass in Kraft getreten? Das Dekret Nr. 2026-601 wurde am 8. Juli 2026 im Journal officiel veröffentlicht und trat am darauffolgenden Tag, dem 9. Juli 2026, in Kraft.
Können Fußpfleger/Podologen alle Fußwarzen behandeln? Ja, seit diesem Dekret können sie ohne ärztliche Verschreibung sämtliche Fußwarzen (Dornwarzen, an den Zehen oder auf dem Fußrücken) behandeln und nicht mehr nur Dornwarzen.
Dürfen alle Fußpfleger/Podologen eine Kryotherapie durchführen? Nein. Nur diejenigen, die eine spezifische Ausbildung für diese Methode im Rahmen ihres staatlichen Diploms oder einer durch Ministererlass geregelten Zusatzausbildung absolviert haben, sind zur Anwendung berechtigt.
Benötigt man ein Rezept für eine Warzenbehandlung mittels Kryotherapie bei einem Podologen? Nein, diese Behandlung kann ohne vorherige ärztliche Verschreibung unter den Bedingungen des Artikels L. 4322-1 des Code de la santé publique durchgeführt werden.
Welcher Gesetzestext regelt diese Entwicklung? Es handelt sich um das Dekret Nr. 2026-601 vom 6. Juli 2026, welches den Artikel R. 4322-1 des Gesetzbuches über das öffentliche Gesundheitswesen (Code de la santé publique) ändert, erlassen in Anwendung von Artikel L. 4322-1 desselben Gesetzbuches.
Referenz: Dekret Nr. 2026-601 vom 6. Juli 2026 (Journal officiel vom 8. Juli 2026), das Artikel R. 4322-1 des Code de la santé publique ändert.
